Johanneum Gymnasium Herborn

Kann man Schülerinnen und Schüler mit der Aufklärung eines nachgestellten Mordfalls begeistern? Auch wenn dafür viel Arbeit und eine intensive Beschäftigung mit vielen naturwissenschaftlichen Themen notwendig ist? Aber sicher doch – so geschehen am Johanneum im letzten Juni im Rahmen der „MINThoch3- Woche“, die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 aus drei Schulen zu einem gemeinsamen Projekt zusammenbrachte. Mit diesem spannenden Baustein der Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts nahm das Johanneum nun an der hessenübergreifenden MINT-Messe in Wiesbaden teil.

Schon zum 14. Mal fand diese Messe statt, die jährlich im hessischen Landtag von der VhU (Verein hessischer Unternehmer) und SCHULEWIRTSCHAFT Hessen zusammen mit einigen Partnern aus der Wirtschaft veranstaltet wird. Der Sinn dieser Veranstaltung liegt darin, Schulen mit gymnasialem Bildungsgang, die sich besonders für die Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung einsetzen, zu einem Austausch zusammenzubringen.

Jede teilnehmende Schule stellte an einem Stand ein nachahmenswertes Projekt vor. Da gab es viel Spannendes zu sehen: Einen Blindenhut, bei dem mit Abstandssensoren Entfernungen akustisch angezeigt werden können. Einen „Baum“ mit Zimmerpflanzen, der in Klassenräumen die Luft verbessern soll. „Versuche ohne Worte“, die für Kinder mit Sprachschwierigkeiten gedacht sind. Einen Ballon, mit dem kosmische Höhenstrahlung gemessen werden konnte usw.

Ja und eben auch den “Mord“ am Johanneum, bei dem ein Kriminalfall mit Hilfe von DNA-Analyse, Fingerabdrücken, Wahrscheinlichkeitsberechnungen und anderen Aspekten aus allen Naturwissenschaften gelöst werden konnte.

Landtagsvizepräsidentin, Frau Heike Habermann, begrüßte die ausstellenden Schulen und nahm sich Zeit für einen Rundgang. Am Stand des Johanneums ließ sie sich das Projekt ausführlich erklären und erklärte sich sehr beeindruckt von der Kreativität der Lehrer, allen voran Frau Katharina Messerschmidt, die das Projekt ausgearbeitet hatten. Obwohl das Johanneum leider nicht den MINT-Award gewann, freuten sich die beiden vorstellenden Schüler Anna Sophie Nell und Joshua Neuweger über die vielen positiven Rückmeldungen.

Bei fast allen Projekten zeichnete sich die gemeinsame Tendenz zum fächerübergreifenden, kreativen Arbeiten ab. Die meisten Schulen, wie auch das Johanneum, versuchen mittlerweile, die Kinder frühzeitig an das Spannende in den Naturwissenschaften heranzuführen. Schon in der Grundschule gibt es kleine Forschergruppen. Unter dem Motto der MINT-Messe „Begeisterung wecken, Wissen schaffen“ zeigte sich, dass die neuen Ansätze sehr überzeugend sind.

Jutta Waschke

 

Anna Sophie Nell, Joshua Neuweger und ihre betreuende Lehrerin Frau Katharina Messerschmidt an ihrem Stand bei der MINT-Messe und bei der Präsentation ihres Projektes

 

 

Dill-Zeitung vom 18.11.2017