Johanneum Gymnasium Herborn

MINT on Tour war zum vierten Mal am Johanneum....

Mit eigenen Händen ein funktionierendes Modell eines Jetpuls-Bootes zu bauen, das ist schon eine spannende Aufgabe. Wenn das noch mit Hilfe einfachster Materialien – z. B. ein Schwamm, zwei Trinkhalme, ein Gummiband und eine Tube Zahnpasta – gelingt, dann ist das schon sehr außergewöhnlich. Und wenn das Ganze im Unterricht passiert und man sein selbstgebautes Boot dann noch in einem Kinderplanschbecken im Klassenraum selbst ausprobieren kann, dann ist das „MINT-on Tour“!

Schon zum vierten Mal nimmt das Johanneum das gleichnamige Kooperationsangebot der Universität Siegen wahr. Es handelt sich um ein Projekt für alle 188 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7, welches sich über drei Vormittage erstreckt. Die Besonderheit liegt vor allem in einer intensiven Begleitung durch jeweils zwei Studierende der Universität Siegen und eine Lehrkraft des Johanneums pro 20 Schülerinnen und Schüler bei Experimenten, die jeder selbst durchführt. Das Beste daran: die selbstgebauten Ergebnisse können sie anschließend mit nach Hause nehmen und ihrer Familie vorführen – natürlich mit dem Hintergedanken, dass sie dann die naturwissenschaftlichen Erklärungen, die sie selbst gelernt haben, auch wiedergeben sollen.

Insgesamt steht während der drei Tage aber weniger das fachliche Wissen als vielmehr problemlösendes Denken und Teamarbeit im Fokus. So werden am ersten Tag, der unter dem Thema „Mechanische Energie“ steht, ein funktionsfähiger Elektromotor und ein Dragster mit Rückzugsmotor aus haushaltsüblichen Teilen hergestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen zudem ein Turbinenrad entwickeln, welches in einem Strömungskanal anschließend getestet wird.

Am zweiten Tag steht unter dem Oberthema „Elektrische Energie“ u.a. der Bau einer Zink/Kupfer-Batterie und einer Schütteltaschenlampe auf dem Programm, bei der man durch Schütteln (also durch die Energie der selbsteingebrachten Bewegung) Licht erzeugen kann.

Am dritten Tag dreht sich alles um die „thermische Energie“. Es wird beispielsweise eine Aufwindturbine entwickelt, die sich alleine durch die aufsteigende Wärme der Hand dreht. Und hier findet sich eben auch die Konstruktion eines „Jetpuls-Bootes“, welches sich mit Hilfe von erhitzter Zahnpasta in Bewegung setzt. Wer das für Zauberei hält, der ist auf dem besten Weg, Neugierde für naturwissenschaftliche Phänomene zu entwickeln. Und dann profitiert auch der sogenannte „Regelunterricht“ am Johanneum von diesen drei besonderen Tagen des „MINT on Tour".

J. Waschke

 

Abb.: Mehrere Schüler beim Bau des Jetpulsbootes

 

Abb.: Wärmekissen in der Dose (Josia Münzner und Michael Wawilow)

 

Dill-Zeitung vom 03.03.2018