Johanneum Gymnasium Herborn

Musik am Johanneum Gymnasium

Musik ist nicht nur ein Nebenfach oder gar ein Neben-Neben-Fach mit kompensatorischer Bedeutung. Musikunterricht ist ein Bestandteil unserer allgemeinen Bildung.

„Er vereint sowohl Erlebnis- als auch Ausdrucksfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Rationalität.

Musikunterricht stellt den Menschen in lebendige Kulturzusammenhänge, er leistet einen Beitrag zur Identifikation, bündelt emotionale, soziale und kognitive Qualifikationen und erzieht zur Kreativität, fördert Teamfähigkeit, Lösungsorientiertheit sowie ganz besonders Sensibilität im auditiven Bereich.“

Ein Aquarell von Paul Klee aus dem Jahre 1930 trägt den Titel „Hat Kopf, Hand, Fuß und Herz“. Dieses Bild steht „für die Vision eines modernen Musikunterrichts:

Musikunterricht braucht Hand und Fuß, das heißt er muss bodenständig sein, den gesamten Körper, die (musikalische) Bewegung und Handlung umgreifen.

Musikunterricht braucht Herz, also Zentrum, Emotion und Gefühl.

Er benötigt gleichfalls auch den Kopf, also Verstand und Rationalität.

Die Interdependenz all dieser Komponenten macht den Menschen aus, genau das will das Kleesche Bild uns sagen. Also: „Hat Kopf, Hand, Fuß und Herz“ – das ist die Zukunft des Musikunterrichts an unseren Schulen.“

Aus einem Gespräch mit Ortwin Nimczik, Vorsitzender des Verbands Deutscher Schulmusiker und der nmz im September 2007.

Die Musiklehrer des Johanneum Gymnasiums   – Herr Blumrich, Frau Katzmarek, Frau Dr. Barbara Kordes-Kögel, Herr Lückel, Herr Peter, Frau Rech, Herr Schichtholz und Herr Senz – unterstreichen die oben gemachten Aussagen.

Wir bemühen uns im Musikunterricht „Kopf, Hand, Fuß und Herz“ bei den Schüler/innen anzusprechen. Dies geschieht durch Lehren der Musiktheorie, Hören, Beschreiben und Analysieren von Musikwerken verschiedenster Stile, Singen, Darstellen von Rhythmen, Blockflötespielen (Klassen 5 und 6), Tanzen , Veranstalten und Besuchen von Konzerten usw. .

Natürlich hat das praktische Auseinandersetzen mit Musik in den großen Klassen der Unter- und Mittelstufe und den überwiegend zu engen Musikräumen seine Grenzen.

Deshalb bemühen wir uns darüber hinaus, ein reichhaltiges musikalisches Angebot zu schaffen. 2005 wurde uns vom Hessischen Kultusministerium das Gütesiegel „Schule mit musikalischem Schwerpunkt“ verliehen.

In diesem Rahmen bieten wir auch Musikunterricht in der Jahrgangsstufe 8 an (Wahlunterricht), in der kein regulärer Musikunterricht stattfindet, und wir richten fest Leistungskurse ein.

Besonders stolz sind wir auf unsere beiden Bläserklassen 5 und 6, in denen seit dem Schuljahr 2002/2003 Kinder ein sinfonisches Blasinstrument lernen und als Klassenverband musizieren. Zahlreiche Schüler/innen haben so mittlerweile Musik mit „Kopf, Hand, Fuß und Herz“ erleben dürfen.

In der Orchester AG I (ab Klasse 9, Ltg. Frau Kordes-Kögel) und der Orchester AG II (ab Klasse 7, Ltg. Herr Blumrich) findet das Projekt Bläserklasse seine Fortsetzung.

Weitere Arbeitsgemeinschaften sind:

Chor 5/6 (Ltg. Frau Katzmarek)

Klassisches Orchester (ab Klasse 5, Ltg. Herr Senz)

„Die Welt ist übervoll von „sound“, aber immer weniger Menschen singen.

Chöre sind wichtige Biotope des Gesangs, denn Singen ist gut für den Menschen.....

Im Singen üben wir spielend Zusammen-Leben: Was wir beim Chorsingen intuitiv tun, ist einstimmen, sich abstimmen, aufeinander hören; ein Training sozialer Schlüsselqualifikationen. Spielerisch üben wir Haltungen, die zum Du und zum Wir aufschließen.“

Markus Eham „Melodie unseres Lebens“ aus: Singen mit Herz und Mund, ein Lesebuch von Meinrad Walter, Schwabenverlag Carus, S.16

„Das Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen: denn sie ist die natürlichste und einfachste Weise, in der wir ungeteilt da sind und uns ganz mitteilen können – mit all unseren Erfahrungen, Empfindungen und Hoffnungen.“

Yehudi Menuhin, Manifest für „Il canto del mondo“ aus: Hermann Rauhe: Nur wer selbst brennt, kann andere entzünden, Murmann Verlag, S. 89

„Beim Singen bin ich auf kein Instrument angewiesen. Das macht Singen zu einer einzigartigen Möglichkeit der Kommunikation. Mit dieser Kommunikationsgabe kann jeder Mensch mit sich selbst und anderen in Beziehung treten. Beim gemeinsamen Singen “erklingen“ wir als Individuum, erleben uns als Individuum. Gleichzeitig können wir im Klang mit anderen Individuen verschmelzen und mit Ihnen ein neues Ganzes bilden, eine neue Einheit.“

Hermann Rauhe:Nur wer selbst brennt, kann andere entzünden, Murmann Verlag, S. 92

Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Kinder zum Singen zu motivieren.

Eine Klasse 5 wird seit dem Schuljahr 2012/13 als Gesangsklasse unterrichtet. Die Kinder bekommen begleitend von einer Gesangspädagogin Stimmbildung in kleinen Gruppen.

Eine Besonderheit ist unser Chorprojekt in der Oberstufe. Der Oberstufenchor setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Singkurse der Grundkurse Musik E (nicht zwei- sondern dreistündig) und Q1/2
  • Leistungskurse Musik Q1/2 und Q3/4
  • Grundkurs Q3/4

Damit singen etwa 90 Schüler/innen in dem Chor mit.

Die Chorproben finden im Musikunterricht statt, wenn stundenplantechnisch möglich Kurs übergreifend. In regelmäßigen Abständen treffen wir uns zu Gesamtproben.

Das Chorprojekt ist ein gutes Beispiel für kollegiale Zusammenarbeit und spricht für die gute Atmosphäre im Fachbereich Musik.

Der Fachbereich Musik prägt durch seine Mitwirkung bei Schulveranstaltungen (Schulkonzerten, Mitgestaltung der Abiturfeier, Aufnahmefeier der 5. Klassen, „Best of Johanneum“, usw.) in besonderem Maße die Schulkultur.

Herausragend sind die Konzerte des Chores, der Bläserklassen und Bläser-Ags, und der Leistungskurse.

Besonders zu erwähnen ist unser Kammermusikabend (Musik für Aguablanca), der jedes Jahr am Freitag vor dem ersten Advent stattfindet. Hier haben einzelne Schüler/innen Gelegenheit, ihr Können vor einem Publikum zu präsentieren und gleichzeitig die Arbeit des Vereins Aguablanca zu unterstützen.

Auch außerhalb der Schule bereichern unsere Schüler/innen Veranstaltungen der Stadt Herborn, von Vereinen usw. musikalisch und tragen so wesentlich zum guten Ruf unserer Schule in der Öffentlichkeit bei.

Neben dem aktiven Gestalten von Konzerten ist es uns wichtig, unsere Schüler/innen auch an das öffentliche Konzertleben heranzuführen.

Ein besonderes Highlight stellen die Fahrten nach Frankfurt in die Alte Oper im Rahmen der „Junge Konzerte“ mit dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks dar.

An diesen Konzerten nehmen jedes Jahr etwa 50 Schüler/innen teil.

Dieter Senz


Interessantes

- Das Johanneum ist "Schule mit musikalischem Schwerpunkt". Lesen Sie hier Näheres. 

- Die Bläserklassen

 


Neues

- Jahresabschlusskonzert der Orchester-AGs