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Berichte / Presse

Die digitalen Poeten des Johanneums

Die Poetry-Slam-AG des Johanneum Gymnasiums unter der Leitung von Philipp Görg und Dorit Betz nutzte am Freitagabend eine alternative Plattform für den ersten PoetrySlam der Schule. Via einer öffentlichen Videokonferenz über ,,Zoom” begeisterten die SchülerInnen trotz Corona mit ihren selbst verfassten Texten das ca. sechszigköpfige Publikum und boten somit etwas Kultur in der auftrittslosen Zeit.

Die Coronazeit bringt vieles und somit auch die Planungen der regelmäßigen Schulveranstaltungen des Johanneums ins Wanken. Das sonst im Frühling stattfindende ,,Best Of Johanneum” wurde abgesagt und somit hatten die frischen PoetInnen der PoetrySlam-AG keine Möglichkeit, ihre selbst verfassten, kreativen Texte vorzutragen. Sie trafen sich im letzten halben Jahr regelmäßig in einer Mittagspause und schrieben ihre Texte, verbesserten sich gegenseitig und machten sich Mut. Auch mit teilweise wenig Erfahrung brachten sie emotionsvolle Texte auf Papier. An Gefühlen offenbarte sich somit eine große Bandbreite aus dieser AG.

Als die Coronavorkehrungen sie nicht mehr in das Schulgebäude ließen, trafen sich die motivierten SchülerInnen wöchentlich auf ,,Zoom”, um sich auf einen digitalen Auftritt vorzubereiten. Die Jugendlichen sahen das als eine große Chance ihr Lampenfieber erst einmal vor dem Bildschirm zu erleben und nicht direkt alleine auf einer Bühne.

Mit fröhlichen Begrüßungen und kleinen Plaudereien im virtuellen Publikum füllte sich der Chatraum um 19:30 Uhr auf ,,Zoom”. In den Gesichtern der SchülerInnen stand Aufregung und Vorfreude und auch einige der ZuschauerInnen, darunter auch LehrerInnen des Johanneums, waren sichtlich gespannt. Als die Aufführung begann, wurden alle ZuschauerInnen auf stumm geschaltet, damit sich jeder auf die Vortragenden konzentrieren kann.

Die Moderation übernahm Sümeyra Camuka und leitete somit durch die kurze Show an diesem Abend. Mit kleinen passenden Anmerkungen zu jedem Text schaffte sie eine passende Atmosphäre und rahmte die kurzen Auftritte. Pauline Ebertz begann mit ihrem ersten Text über ihre Superkraft ,,das Einschlafen’’ und brachte die ZuschauerInnen für einen kurzen Moment mit ,,Ich, die Sandfrau’’ zum Träumen und mit seinem außergewöhnlich direktem Humor zeigte Björn Rikl mit ,,Brain-AFK im Alltag’’ was die heutige Gesellschaft mit der Linguistik anstellt. Nach diesen humorvollen Texten brachte Elena Ziegler die ZuschauerInnen mit ihrem Text über Depressionen ,,*’’ in eine melancholische Stimmung, welche Sümeyra anschließend in ihrem eigenen Text ,,Das Leben im Patriarchat’’ auch durchscheinen ließ. Mit der Thematik des weltweiten Sexismus brachte sie somit die ein oder andere Träne zum Vorschein. Etwas Gesellschaftskritik schwang in Ronny Rehbergs Text ,,Ein Tag wie jeder andere’’ mit, der über die traurigen Lebenssituationen verschiedener Menschen in seinem Umfeld sprach. Elena Ziegler fragte sich danach noch, ,,Was wäre wenn’’ und  verzauberte als ,,Hobbydenkerin’’ das Publikum. Zum Schluss nahm Pauline Ebertz den ganzen Chat mit zum Einkaufen in ihrem Text ,,Wie Hefe in die Klapse treibt’’ und zeigte uns, was man alles beim Einkaufen erleben kann.

Dieser Auftritt der jungen Menschen setzt auf jeden Fall ein Statement für alle Schulen in der Coronazeit. Kontaktverbot, Hygienevorschriften und Homeschooling halten die Jugendlichen nicht davon ab, ihre Talente zu zeigen.

Und dafür haben sie an diesem Abend auch einen verdienten Applaus bekommen.

Von Pauline Ebertz

 

 

 

 

 


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