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Berichte / Presse

POWI-LK wird von der IG-Metall besucht

Anlässlich unseres Themas „Wirtschaft in der globalisierten Welt“ organisierte unser Tutor Herr Stybin den Besuch des Mitarbeiters der IG Metall, Daniel Müller, welcher uns am 30. Juli allgemeine Informationen über Gewerkschaften vermittelte, aber auch unsere zuvor im Unterricht ausgearbeiteten Fragen detailreich und interessant beantworten konnte.

Daniel Müller, 46 Jahre alt, war schon als Jugendlicher in der gewerkschaftlichen Jugend tätig. Heutzutage arbeitet er bei der Gewerkschaft IG Metall.

Gewerkschaften fungieren als Vertretung der Arbeitnehmerseite in Verhandlungen mit den Arbeitgebern betreffend Tarife über Lohn, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen. Um in Verhandlungen genügend Gewicht zu haben, sind sie darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Arbeitnehmer in Gewerkschaften organisieren und mit Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks Druck auf die Arbeitgeberseite ausüben können. Die IG Metall (IGM) vertritt die Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie. Ihre Mitgliederzahl beträgt etwa zwei Millionen, sie ist damit die größte (freie) Gewerkschaft der Welt. Sie ist Mitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund und im Europäischen Gewerkschaftsbund.

Über die Dauer einer Doppelstunde erhielt unser Kurs über einen Vortrag viele interessante Informationen über die Funktion und Arbeitsweise einer Gewerkschaft. Zum Beispiel, wie das Geld von Gewerkschaften verwendet wird. Während ein Teil zur Bezahlung von Mitarbeitern verwendet wird, wird ein großer Teil zurückgelegt, um Streikende zu bezahlen, damit diese ihre Arbeit auch niederlegen können. Weiterhin erfuhren wir, dass Arbeitgeber die Möglichkeit haben, im Streikfall die nicht-streikenden Mitarbeiter „auszusperren“, d.h. den Betrieb komplett zu schließen. Dies ist als Gegenmaßnahme zu einem Streik gedacht, da die ausgesperrte Belegschaft, die aus der Streikkasse nicht bezahlt wird, Druck auf die Streikenden ausüben könnte. Dabei entstand eine kontroverse Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Bezahlung von Ausgesperrten aus der Streikkasse. Nicht-Mitglieder erhalten aktuell kein Geld aus Streikkassen, ein Streik kann sie also in wirtschaftliche Probleme bringen. Der Umgang war dabei freundlich und locker. Auch einigen kritischen Nachfragen musste sich Herr Müller stellen, über die dann zum Teil interessante Diskussionen entbrannten.

Komplexe Themen zu diskutieren, nimmt natürlich immer viel Zeit in Anspruch. So konnten bei diesem Termin leider nicht alle Fragen des Kurses zu Themen wie veränderte Rolle von Gewerkschaften in der Globalisierung beantwortet und erörtert werden. Dies wurde jedoch in einer Videokonferenz zwei Wochen später nachgeholt. Herr Müller ging dabei auch auf die schwierige Frage ein, welche zukünftige Rolle Gewerkschaften seiner Meinung nach in einer globalisierten Welt, in der ein zunehmender Preisdruck auf die heimische Produktion herrscht, spielen werden. In die Diskussion um die Bedeutung von Gewerkschaften in der Zukunft floss auch die kritische Haltung des Kurses bezüglich der Anpassungsnotwendigkeit der Gewerkschaften in einer veränderten Beschäftigungswelt ein. Denn der weiter fortschreitende Trend zur Digitalisierung der Wirtschaft (Strukturwandel), in der sich zunehmend auch die Beschäftigungsform (Notwendigkeit für höhere Qualifizierungen) ändert, wird eine zunehmende Bedeutung in der Zukunft einnehmen. Für die Bereitschaft, nach dem eigentlichen Besuch unserem Kurs noch für diese kritische Diskussionsrunde zur Verfügung zu stehen, bedankte sich der Kurs bei Herrn Müller.

Jonas Keller und Stefanie Wagner (Q2F)

 

IG-Metall-Mitarbeiter Herr Daniel Müller zu Besuch am Johanneum

 

 

Videokonferenz mit Herrn Müller (zwei Wochen nach dem Besuch am Johanneum)

 

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