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Berichte / Presse

Von den Mühen der Diplomatie

Der PoWi-LK MOEL übernimmt den UN-Sicherheitsrat

In der globalisierten Welt von heute entstehen immer wieder Probleme, Streitigkeiten und auch Bedrohungen, die mehrere oder sogar alle Länder betreffen. Durch ein Handeln auf eigene Faust ist niemandem geholfen und zumeist leiden darunter die Bevölkerungen. Die Welt ist zu komplex, als dass im Alleingang eine Lösung gefunden werden könnte. Dafür gibt es die United Nations Organisation (kurz: UNO). Im UN-Sicherheitsrat oder der Generalversammlung müssen sich daher die verschiedenen Interessengruppen auf eine Zusammenarbeit und Kompromisse in internationalen Fragen einigen. Solch ein kooperatives Handeln muss auch der kommenden Generation nähergebracht werden.

So führte am 28.01.2020 der PoWi-LK von Herrn Möller am Johanneum eine Sitzung der Model United Nations zum Thema „Iran-Atomkonflikt“ durch. Auf der Grundlage von zuvor bearbeitetem Material (Delegierten-Handbuch und Rules of Procedure) wurde in einer Planspiel-Situation eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates simuliert. Organisiert wurde diese Sitzung von den ehemaligen Kollegen Thomas Welling und Jörg Rosenkranz.

Ziel der Veranstaltung war die Abbildung von Differenzen zwischen den Mitgliedsstaaten des UN-Gremiums. Dazu mussten sich die SuS auf die entsprechenden Vorstellungen und Interessen von Staaten wie China, Russland oder auch Südafrika und der Dominikanische Republik einlassen und in die Rolle von deren Vertretern schlüpfen. Der Vorsitz wurde ebenfalls von den Kursteilnehmern übernommen. Allen teilnehmenden SuS ist es dabei gelungen, sich in ihre zugewiesene Rolle einzufinden und diese in der Diskussion auszuführen.

In solch einem Aufeinanderprallen verschiedener Nationen und Kulturkreise kann es nur zu einer sinnvollen und realistischen Resolution kommen, solange Interessen und nicht nur Positionen vertreten werden. Beharren die Delegierten auf ihren Positionen, gibt es meist ein Land mit Veto-Recht, welches einen Beschluss verhindert. Vertritt man jedoch Interessen, kann eine Einigung - vielleicht auch auf kleinerem gemeinsamen Nenner - möglich werden.

Hierbei sind sowohl Hartnäckigkeit als auch Kompromissbereitschaft unentbehrlich. Dies merkten auch die SuS, welche von der ersten bis zur sechsten Schulstunde fleißig durchsondierten, um eine gemeinsame Lösung zu finden, die wirklich alle zufriedenstellt. Bis zur dahin merkten die Schüler aber auch, wie schwierig es ist, in der Praxis auf internationaler Ebene trotz Meinungsverschiedenheiten Einigungen zu finden und gemeinsam Hindernisse zu überwinden. Enttäuschung ist in diesem Prozess ein selbstverständlicher, immer wiederkehrender Zustand, da es nun mal auch dazu gehört, dass ein konstruktiver Vorschlag abgelehnt wird - sei es durch eine fehlende Zustimmungsmehrheit oder indem ein Ständiges Mitglied sein Veto einsetzt. Doch die SuS waren sich trotz dieser Rückschläge in einem Punkt einig: Ohne eine gültig verabschiedete Resolution wollten sie dieses Planspiel nicht beenden.

Und schließlich, nach etlichen abgeschmetterten, aber auch gerade noch so angenommenen Änderungsanträgen und Ergänzungsanträgen, nachdem endlich über die finale Resolution abstimmt werden konnte und nachdem sich China in letzter Sekunde entschied, nicht von seinem Veto-Recht Gebrauch zu machen und stattdessen dafür zu stimmen, stand der Ausgang der Sitzung fest: Der PoWi-LK/Sicherheitsrat hat es geschafft, eine profunde, zufriedenstellende und gültige UN-Resolution zum Iran-Atomkonflikt zu verabschieden. Nach großem Aufatmen gestattete der Vorsitz den Delegierten, für ihren Erfolg zu applaudieren und applaudierte dann selbst (alles gemäß der MUN Rules of Procedure).

Die SchülerInnen haben gelernt, dass es immer notwendig ist, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, auch wenn es Phasen gibt, in denen es nur schleppend vorangeht. Sie haben die Möglichkeit bekommen, praxisnahe Diplomatie am eigenen Leibe zu erfahren und werden diese Erfahrung sicher mit ins Berufsleben nehmen.

Nerses Chatschaturova und Thomas Welling

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