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Berichte / Presse

Wie kann ich mit dem Französisch-LK in die Zukunft starten?

Ehemalige Schülerinnen aus dem Französisch-LK erzählen…

Berit: studiert jetzt cursus intégré in Mainz mit Auslandssemester in Dijon…

Nele: interessiert sich für Mathe, Wirtschaft und Fremdsprachen und wollte sich noch nicht festlegen…

Hannah: unternimmt trotz Corona nach dem Abi eine kleine Weltreise bis in die Karibik und…

 

 

Lehramtstudium mit Auslandsemester in Frankreich

Salut, ich heiße Berit und bin 19 Jahre alt. Vor drei Jahren stand ich vor der gleichen Entscheidung, vor der ihr grade steht: die Leistungskurswahl. Da ich schon immer großes Interesse an der französischen Sprache und Kultur hatte, habe ich mich dazu entschieden in den Französisch-Leistungskurs zu gehen. 2020 habe ich mein Abitur am Johanneum gemacht und mich anschließend über deutsch-französische Studiengänge informiert. Letztendlich habe ich mich für den Cursus Intégré, den integrierten Bachelor-Studiengang der Universität Mainz, entschieden. Ich studiere hier nun im zweiten Semester Französisch und Geschichte auf Lehramt. Das Besondere an meinem Studiengang ist, dass ein verpflichtender Teil (insgesamt 3. Semester) in Ausland absolviert wird. Nachdem die ersten beiden Semester in Mainz verbracht werden, ziehen die Studierenden des Cursus Intégré im dritten Semester nach Dijon, um dort an der Université de Bourgogne das Studium fortzusetzen. Je nach Fächerkombination kann das dritte Auslandssemester, also das fünfte Semester, auch in Kanada an der Université de Sherbrooke, absolviert werden. Durch den Auslandsaufenthalt werden gleich zwei Abschlüsse am Ende des Bachelorstudiums erworben: in meinem Fall der Bachelor of Education und das französische Äquivalent, die Licence. Dank der beiden Abschlüsse stehen mir nach Ende meines Studiums sowohl die deutsche, als auch die französische Arbeitswelt offen.
Meiner Meinung nach bietet das Studium eine großartige Möglichkeit für alle Französischinteressierten nicht nur ihre Kenntnisse aus der Schule zu erweitern, sondern auch interkulturelle Erfahrungen im französischsprachigen Ausland zu sammeln. Der Französisch-Leistungskurs war für mich definitiv die richtige Wahl, da ich mich so intensiver mit Französisch auseinandersetzen konnte und gut auf mein Studium vorbereitet wurde.
Für mich geht es nach dem kommenden Sommersemester allerdings nicht wie für meine Kommiliton*innen nach Dijon, sondern nach Kanada. Leider konnte ich mein lang ersehntes Auslandsjahr nach dem Abi angesichts der Coronapandemie nicht antreten. Deshalb werde ich diesen Herbst für etwa ein Jahr nach Kanada gehen und mein work&travel Jahr nachholen. Mein Studium werde ich in dieser Zeit einfach pausieren und ein Jahr später in das nächste Abenteuer, nach Dijon, starten. Ich freue mich darauf ein nicht-europäisches, aber trotzdem französischsprachiges Land zu erkunden!
Falls auch ihr Interesse an der französischen Sprache und Kultur habt und Lust darauf hättet in der Zukunft (weitere) Erfahrungen im deutsch-französischen Kontext zu sammeln, könnte der Französisch-Leistungskurs auch für euch die richtige Wahl und ein weiterer Beitrag zur amitié franco-allemande sein.

Bon courage!

 

 

 

 

 

 

Berit

 

 

Französisch, Mathematik oder Wirtschaft? Wieso nicht alles!

Oft ist es nicht so einfach nach der Schulzeit herauszufinden, wie man seine Interessen am besten mit einem passenden Studium, einer Ausbildung oder Ähnlichem verbinden kann. So ging es mir anfangs auch mit der Wahl meines Studiengangs.

In der Oberstufe hatte ich Französisch und Englisch als Leistungskurse und wollte nach dem Abitur etwas studieren, das mir hilft, weiter an meinen Fremdsprachenkenntnissen zu arbeiten und sie zu verbessern. Allerdings habe ich mich auch immer sehr für Mathematik und Wirtschaft interessiert, was oft schwer mit Fremdsprachen kombinierbar ist. Daher hatte ich länger nichts Passendes gefunden, bis ich auf den neu eingeführten Studiengang „Intercultural Communication and Business“ (kurz „ICB“) gestoßen bin. Dieses Studium besteht aus einem fremdsprachlichen Hauptfach, in meinem Fall Französisch, einer zweiten fremdsprachlichen Wirtschaftsfachsprache und dem Nebenfach Wirtschaftswissenschaften. Diese Kombination hat mir sofort gut gefallen, da ich mich so nicht nur auf eine meiner Wunschrichtungen festlegen musste, sondern beide kombinieren konnte.

Besonders gut finde ich auch, dass der Studiengang sehr breit gefächert ist und viele verschiedene Bereiche miteinander verbindet. Ich bin froh, dass ich so weiterhin meine Französischkenntnisse verbessern kann, da mir die Sprache schon im Leistungskurs immer sehr viel Spaß gemacht hat. Heutzutage wird es immer wichtiger andere Sprachen sprechen zu können und besonders Französisch ist auf eine gewisse Weise mittlerweile fast zu einem Alleinstellungsmerkmal geworden, da es leider immer weniger junge Leute gibt, die diese Sprache lernen. 

Für den Studiengang braucht man nämlich in erster Linie Interesse an Fremdsprachen und deren Hintergrund, aber auch Spaß an wirtschaftlichen Themen und mathematisches Verständnis, da der wirtschaftliche Bereich, auch wenn er nur ein Nebenfach ist, relativ viel Raum in Anspruch nimmt.

Insgesamt würde ich wirklich jeden, der Spaß an anderen Sprachen hat, dazu ermutigen dranzubleiben und sich schon während der Schulzeit, aber auch danach, so viel wie möglich damit zu beschäftigen, da einem das Beherrschen von Fremdsprachen wie Französisch in der Zukunft viele Möglichkeiten bietet.

 

 

 

 

 

 

 

Nele 

 

 

Eine kleine Weltreise ins Französischsprachige

Meine erste Idee: Reisen! Endlich mal so richtig auf Abenteuerreise gehen, am liebsten nach Kanada, dann in die Karibik, Mexico, Thailand oder doch lieber Afrika? Ich hatte viele Ideen!

Dann brach allerdings die Pandemie über uns herein und das auch noch wenige Wochen vor den Abiturprüfungen. Die konnten wir ja zum Glück mehr oder weniger „normal“ absolvieren aber was nun? Mein erstes Ziel Kanada war auf jeden Fall dicht und was mit dem Rest der Welt war, schien äußerst unklar. Also packte ich im August meinen kleinen alten Fiat Punto voll, rüstete uns aus mit Winterreifen und dicken Socken, nur für alle Fälle.

Meiner Familie versicherte ich, Weihnachten wieder da zu sein und fuhr also los nach Frankreich, um mein frisch erworbenes Französisch endlich anwenden zu können. Meine Freunde begleiteten mich bis Calais, mussten dann allerdings wieder zurück in die Heimat und ich… war allein. Kein Problem dachte ich, bin ja offen und kann Französisch. Also zog ich los, um Freunde zu finden. Eine Gruppe Jugendlicher war auf dem Campingplatz schnell gefunden und als ich auf sie zugestiefelt kam, riefen sie mir etwas Lustiges entgegen. Alle lachten. Nur ich nicht. Dumm grinste ich „Oui“ und ging. Versuch gescheitert. Ich kann wohl doch kein Französisch. Und jetzt? Ich kann ja schlecht wieder nach Hause fahren, was für eine Weltreise…

Was macht man, wenn man nicht weiterweiß, man ruft zu Hause an (rückblickend habe ich tatsächlich in neunzig Prozent aller Fälle dann zu Hause angerufen, wenn ich irgendwelche Probleme hatte). Meine Eltern haben mich wie immer beruhigt und vorgeschlagen nach Österreich zu fahren, um mit meinem Vater und seinen Gleitschirmflieger- Freunden zu fliegen. Ich dachte mir also, die Flieger sind immer noch besser als niemand und fuhr los.

Eine Woche, einen Flug und einen Schuh weniger machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Frankreich. Immer weiter Richtung Süden, da mir meine Tante zum Abitur einen Französisch-Sprachkurs in Montpellier geschenkt hatte. Nun, um es kurz zu sagen, der Sprachkurs hat mir nichts gebracht. Durch die Masken habe ich weder die Lehrerin noch die anderen Schüler verstanden, die Hitze war im Klassenraum kaum auszuhalten und die Arbeitsblätter immer völlig falsch. Trotz des zähen Unterrichts über die französische Grammatik war meine Zeit in Montpellier unbeschreiblich schön, meine WG-Mitbewohner wurden zu meinen ersten Freunden auf der Reise und ich schöpfte neuen Mut.

Mein nächstes Ziel war Korsika, wo ich zunächst drei Wochen in einem touristischem Reitcenter arbeitete und danach sechs Wochen in einem Schafsstall in den Bergen Korsikas. Das ein oder andere Mal wurde ich dort abends mit einem einfachen „On y va?“ eingeladen, mit auf die Jagd zu kommen und so kletterte ich über Felsen einem Typ mit einem riesigen Gewehr hinterher und als ich fragte, ob dieser eine Lizenz für das Gerät hätte, bekam ich nur ein Grinsen zur Antwort. Die darauffolgenden Wochen wurde der Pickup des Öfteren mit dem Knie durch die Serpentinen gelenkt, da ja beide Hände das Jagdgewehr halten mussten. Geschlachtet wurde mit einem Klappmesser und die Innereien aßen eine Meute aus acht Hunden. Wie weit das Gesetz unserer EU da galt oder nicht, fragte ich nicht mehr. Sagen wir mal so, die Korsen sind keine „Franzosen" und damit gelten auch andere Gesetzte.

Der Herbst kam nach Europa und damit auch die zweite Welle der Pandemie. Noch bevor im November in Frankreich der nächste Lockdown kam, nahmen Punto und ich wieder die Fähre nach Nizza und machten uns auf den Weg in die Alpen. Ich dachte eigentlich nach den Straßen Korsikas schockt mich nichts mehr, aber es wurde tatsächlich noch schlimmer. Im ersten Gang quälte ich meinen kleinen Punto die Passstraßen hinauf, bis ich mitten auf der Straße anhielt aus Befürchtung, dass Punto gleich einen Hitzschlag bekommt. Ich weiß wirklich nicht mehr wie, aber irgendwie kam ich in dem kleinen Alpendorf an. Dort war dann erstmal Ende Gelände. Die Franzosen machten in Sachen Lockdown ernst und vor die Tür durfte man jetzt nur noch mit Formular und triftigem Grund. Ich arbeitete dort als Au pair und in einem Zwinger für Schlittenhunde, weshalb ich wenigstens ab und zu frische Luft schnuppern konnte. Vor Weihnachten fuhr ich dann wie versprochen nach Hause zu meiner Familie, begab mich in Quarantäne und feierte nach einem negativen Testergebnis Weihnachten mit ihnen.

Nach kurzen Recherchen fand ich heraus, dass auf der karibischen Insel Martinique nur eine Inzidenz zwischen 10 und 20 war. Da muss ich hin! Egoistisch? Viele denken das sicherlich, aber es war zu diesem Zeitpunkt keineswegs verboten. Ich machte also mal wieder einen Test und verabschiedete mich noch einmal von meiner Familie und meinen Tieren, diesmal auch von meinem Punto, der mich die letzten 8000 Kilometer begleitet hatte. Ich stieg in den Zug nach Paris und dann in den Flieger in das französische Übersee Departement.

Mein Traum von der Karibik wurde war! Und noch viel mehr, was ich nicht erwartet hätte. Ich schlief am Strand in der Hängematte, tauchte mit Schildkröten, lernte Surfen, schnorchelte an Riffs und segelte um die Insel durch eine Gruppe Delphine begleitet. Natürlich hatte ich auch manchmal Angst, trampte mit suspekten Personen, suchte verzweifelt nachts einen Schlafplatz, trat in einen Seeigel, eine Biene und eine Glasscherbe und fiel von Bord eines Segelboots. Kurz um war es trotzdem mit Abstand das beste was ich je gemacht hatte und so kehrte ich kurz vor Ostern braun gebrannt, mit sonnengebleichten Haaren und mit einem Grinsen im Gesicht wieder nach Deutschland zurück.

Ich werde jetzt meine Reisekasse wieder auffüllen und abwarten bis die dritte Welle bricht. Dann packe ich wieder meinen Rucksack und mein Auto und fahre weiter, diesmal Richtung Süd-Ost, immer der Nase nach bis nach Griechenland. Was da auf mich zukommt, weiß ich nicht, aber ich muss es auch nicht wissen.

Natürlich ist das alles ein Risiko, aber wenn man keine Risiken eingeht, dann verpasst man so viel und wir sind schließlich nur einmal so jung und frei. Also los geht’s! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hannah 

 

 

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