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Berichte / Presse

Dr. Eva Umlauf besuchte am Gedenktag an die Pogromnacht das Johanneum

Dr. Eva Umlauf war anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht am Johanneum Gymnasium zu Gast, eingeladen vom Schulelternbeirat und dem Förderverein. Ihre Vorträge, die auch an anderen Schulen stattfanden, wurden organisiert durch das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V.

Im letzten Jahr coronabedingt vor einem kleineren Publikum sprach die Auschwitz-Überlebende nun vor vollem Haus in der Aula des Gymnasiums.

Zuvor präsentierte die Buchenwald-AG unter der Leitung von Karin Hasselmann und Kristine Tromsdorf einen eindrucksvollen und sehr bewegenden Film, in dem die angehenden Abiturienten ihre Eindrücke aus der Exkursion in das KZ Buchenwald verarbeiteten. Die jungen Erwachsenen hatten sich der Schicksale einiger Häftlinge angenommen, darunter auch Kinder, und hatten in Tagebucheinträgen dem unmenschlichen Leiden und Schmerzen, aber auch dem unbändigen Wunsch zu überleben, eine Stimme gegeben.

Eva Umlauf, geborene Hecht las aus ihrem Buch „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen“ vor, in dem Sie die unfassbaren Umstände schildert, unter denen Sie auf die Welt kam und überlebte. Sie war noch ein kleines Kind, als ihr in Auschwitz eine Nummer tätowiert wurde. Ihr Leben verdankt sie dem glücklichen Umstand, dass der Transport aus der Slowakei, in dem sie sich befand, aufgehalten wurde und so erst in Auschwitz ankam, kurz nachdem die SS dort die Vergasungen eingestellt und stattdessen begonnen hatte, die Beweise ihrer Verbrechen zu vernichten. Viele Jahre später hat sich Frau Dr. Umlauf auf den schwierigen Weg in ihre eigene Vergangenheit gemacht und auf Basis dieser Erfahrungen ein Buch geschrieben. Ihre Geschichte ist sehr bewegend und mahnend zugleich. Sie ist eine der jüngsten und damit leider auch letzten Überlebenden des Holocaust.

Besonders unter die Haut gingen die Erzählungen zu den Erinnerungen ihrer Mutter an diese furchtbare Zeit, die in Evas Kindheit und Jugend immer wieder aufblitzten und die Kinderärztin und Psychotherapeutin bis heute prägen. Dieser Erinnerungen waren von der Todesangst bestimmt, dass die Mutter ihre beiden kleinen Töchter verliert, da diese unterernährt und schwerkrank waren. In der Fragerunde, die sich der Lesung anschloss, erklärt Eva Umlauf, dass diese Erinnerungen natürlich mit ihrem späteren Berufswunsch, kranken Kindern zu helfen, eng verknüpft sind. Die rechtsradikalen Tendenzen in Deutschland und Europa nimmt sie mit großer Sorge und auch Angst war. Menschen mit jüdischer Religionszugehörigkeit werden wieder völlig haltlos zu Weltverschwörern degradiert und diffamiert. Eltern und junge Menschen im Publikum fragen: „Was können wir tun?“ „Die Erinnerungskultur leben und vorleben – das ist die Aufgabe von Eltern, Pädagogen und jungen Erwachsenen.“

 

 

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