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Berichte / Presse

Schulfinale „Jugend debattiert“ am Johanneum – Die Sieger stehen fest

Auch in diesem Schuljahr fanden im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts im WU-Kurs "Jugend debattiert" zahlreiche Debatten am Johanneum statt.

Jugend debattiert – weil Kontroversen lohnen! Unter diesem Motto finden jedes Jahr an hunderten von Schulen überall in der Welt Debattier-Wettbewerbe statt. Zwei Schüler*innen vertreten die pro-, zwei die contra-Seite. Nachdem jeder seine Position zu Anfang kurz begründet hat, wird im freien Austausch um die besseren Argumente gerungen. Dabei ist genaues Zuhören und passgenaues Antworten von besonderer Bedeutung. Sachkenntnis, Gesprächsfähigkeit, Ausdrucks­vermögen und Überzeugungskraft sind die Bewertungskriterien: Kompetenzen, die in unserer heutigen von Verschwörungs­theorien geprägten Zeit von besonderer Bedeutung sind.

Mehrere Qualifikationsrunden absolvierten die Teilnehmer*innen des diesjährigen Wettbewerbs am JGH, bis sie endlich als Finalist*innen feststanden. Schon zuvor hatte sich gezeigt, dass aufgrund des hohen Niveaus die Entscheidungen sehr knapp ausfallen würden.

So standen nach den beiden Qualifikationsrunden des überaus interessierten und engagierten WU-Kurs „Jugend debattiert“ zu den Themen „Soll in bestimmten Fächern während des Unterrichts Musik gehört werden dürfen?“ sowie „Sollen Plastikverpackungen für Obst und Gemüse generell verboten werden?“ gleich vier Schüler punktgleich auf Platz vier. Diese traten in einer zusätzlichen Runde zur Frage „Sollte der Unterrichtstag mit einer Stunde Frühsport beginnen?“ nochmals an. Dabei überzeugten Tim Runzheimer (9f) und Niklas Kurz (9b) durch ihr sachliches und souveränes Auftreten. Sehr überzeugend führte Paul Grote (9b) aus, dass Platzprobleme und Personalmangel gravierende Hürden zur Umsetzung des Vorschlags darstellen würden. Dem setzte Karl Kingston (9g) mehrere Studien entgegen, die bewiesen, dass Konzentration- und Leistungskraft erheblich durch die morgendlichen Sportübungen gesteigert werden. Dieser wissenschaftliche Ansatz gab letztendlich den Ausschlag dafür, dass Karl Kingston knapp vor Paul Grote der Einzug ins Klassenfinale gelang.

Zum Thema „Soll eine uneingeschränkte Klarnamenpflicht in sozialen Netzwerken eingeführt werden?“ fand das Kursfinale statt. Hanna Rupp (9f) betonte nachdrücklich, wie wichtig es sei, gegen Hatespeech und Mobbing vorzugehen. Gerade die Anonymität im Netz schütze die Täter*innen, die so ohne Sorge vor Verfolgung ihren Hass und ihre Verunglimpfungen verbreiten könnten. In dieser Auffassung wurde sie von Karl Kingston (9g) bestärkt, der auf rassistische Übergriffe auf den verschiedensten Plattformen verwies und die Auswirkungen auf die Betroffenen deutlich machte. Dem hielt Glory Haltenhof (9b) das Recht auf informationelle Selbstbestimmung entgegen. Zudem habe eine Züricher Studie zur Überraschung vieler nachgewiesen, dass gerade dann, wenn der Klarname verwendet werde, die User aggressiver aufgetreten seien. Emma Bender (9e) unterstützte dabei Glory Haltenhof vehement bei ihrem Einwand, dass es gerade bei Problemen wie Suchtkrankheiten ganz besonders wichtig sei, erst einmal anonym auftreten zu können. Auch sollten gerade die Daten von Kindern und Jugendlichen vor Personen geschützt sein, die sie eventuell ausnutzen wollten. Bei diesem sehr spannenden Austausch lagen die Finalist*innen wieder sehr nah beieinander, sodass letzten Endes Emma Bender und Hanna Rupp den dritten Platz erhielten. Karl Kingston (2. Platz) und Glory Haltenhof (1. Platz) qualifizierten sich als strahlende Sieger für das Schulfinale.

Dies war im letzten Durchgang bereits Larissa Petry (10a, 1. Platz) und Frieda Reimann (10b, 2. Platz) gelungen. Beide hatten während des Distanzunterrichts in zahlreichen Video-Konferenzen ihre im Selbststudium erarbeitete vorzügliche Sachkenntnis zu den verschiedensten Themenbereichen in Rede- und Gegenrede bewiesen.

So wurde dem Schulfinale mit großer Spannung entgegengefiebert. Die Debattant*innen, die sich der Frage widmeten, ob Influencer verpflichtet werden sollten, auf Bildbearbeitung und Filtereinsatz ausdrücklich hinzuweisen, überzeugten alle durch ihr großes Engagement. Frieda Reimann sprach sich gleich zu Beginn für eine Kontrolle nicht gekennzeichneten Bilder durch eine Pixelanalyse aus. Auf jeden Fall solle durch ein Logo unter jedem Bild die Bearbeitung für einen jeden kenntlich gemacht werden, sobald ein Influencer mehr als tausend Follower habe. Larissa Petry machte jedoch darauf aufmerksam, dass eine Kontrolle dieser Vorgabe nur zu unzumutbaren Kosten möglich sein dürfte. Bestärkt wurde sie darin von Karl Kingston, der es für viel wichtiger hielt, dass durch zu kritisierende Schönheitsideale hervorgerufene Minderwertig­keits­komplexe durch anti-body-shaming-Kampagnen aufgegrif­fen würden. Auch Larissa Petry hielt Aufklärung für ganz zentral. Dies wollten Glory Haltenhof und Frieda Reimann auch keineswegs bestreiten, denn zahlreiche Untersuchungen zeigten, wie sehr junge Menschen unter ihrem Aufsehen litten, sodass für sie auch Schönheitsoperationen in Frage kämen. Trotzdem sei die Maßnahme nicht zielführend. An verschiedenen Beispielen zeigten Karl Kingston und Larissa Petry auf, wie wichtig Filmbearbeitung sei, um auch einfach störende Bildelemente entfernen zu können. Dem entgegneten die beiden Pro-Rednerinnen, dass den sozialen Netzwerken zwischenzeitlich eine derart große Vorbildfunktion bei der Identitätsbildung zukomme, dass verhindert werden müsse, dass gerade jungen Menschen gesundheitsgefährdenden Körperidealen nachliefen.

Die ganze Debatte war durch eine hohe Gesprächsfähigkeit gekennzeichnet. Das Zusammenspiel zwischen pro und contra sowie das Eingehen auf die Argumente der Gegenseite überzeugte durchgehend. Wieder fiel es dem Jurorenteam, bestehend aus Sebastian Busch und Martina Gerber (beides ausgebildete Jugend debattiert Lehrkräfte) gar nicht leicht, eine Rangfolge festzulegen. Letztlich belegte Glory Haltenhof den vierten, Larissa Petry den dritten, Karl Kingston den zweiten und Frieda Reimann den ersten Platz. Damit hat sich die auch bei Jugend forscht engagierte Schülerin für die Qualifikationsrunde des Regionalfinales klassifiziert.

Die Siegerehrung nahm Frau Waschke persönlich vor. In ihrer Rede betonte sie, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit sei, auf die Wirkungskraft der Argumente statt auf verbale Angriffe zu setzen und wie sehr es sie freue, dass sich auch an unserer Schule junge, engagierte Leute fänden, die sich in der hohen Kunst des Debattierens übten.

 

Finale WU Jugend debattiert: Frau Waschke, Glory Haltenhof (9b), Karl Kingston (9g), Hanna Rupp (9f), Herr Busch. Es fehlt: Emma Bender (9e)

 

 

Schulfinale: Frau Waschke, Frieda Reimann (10 b), Karl Kingston (9g) , Larissa Petry (10a), Glory Haltenhof (9b), Herr Busch

 

 

 Das Klassenfinale ist geschafft: Hanna Rupp (9f), Karl Kingston (9g), Herr Busch, Glory Haltenhof (9b), Emma Bender (9e)

 

 Frau Waschke, Frieda Reimann (10b), Karl Kingston (9g), Larissa Petry (10a), Glory Haltenhof (9b), Herr Busch

 

Teilnehmer*innen des Debattier-Wettbewerbs: Mats Flöter (vorne liegend) 9e, Karl Kingston 9g, Jonas Wissemann 9e, Fin Ole Groß 9a, Tim Runzheimer 9f, Niklas Kurz 9b, Paul Grote 9b, Hann Rupp 9f, Glory Haltenhof 9b

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