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Berichte / Presse

Verdun-Fahrt 2022 - Geschichte-LK und Französisch-LK besuchten die Kriegsstätten

Der nachfolgende Reisebericht wurde von zwei Schülerinnen des Geschichte-LKs (Leitung: Andreas Bonsels) verfasst:

„Am Morgen des 08.Juli 2022 brachen wir mit dem Geschichts-LK der Q2 und weiteren interessierten Schülerinnen und Schülern nach Verdun auf. Nach einer kurzen Pause in der Nähe von Trier bei wundervollem Wetter und der Unterstützung unseres lieben Busfahrers ging es weiter auf die Reise in die Vergangenheit.

In der Mittagszeit kamen wir auf dem Parkplatz Leclerc inmitten Verduns/Frankreichs an. Hier hatten wir Zeit, uns für den nachmittag zu versorgen. Weiter ging es in das Mémorial de Verdun, wo wir erste Eindrücke der Kriegsumgebung bekamen, da sich auf unserem Weg das ehemalige Schlachtfeld befand, was man aufgrund verschiedener Unebenheiten im Boden erkennen konnte. Angekommen in dem Museum hatten wir die Möglichkeit, uns einen Überblick über den Verlauf des ersten Weltkriegs zu verschaffen, denn dort wurden durch verschiedene Videos, Zeittafeln oder Überbleibsel die fünf Kriegsjahre sehr detailliert dargestellt. Einen genauen Einblick in das Leben der Soldaten, Angehörigen und Medizinern konnten wir durch Ausstellungsstücke, wie Rüstungen der Kämpfenden und Briefe von Familien erlangen. Des Weiteren wurden etwaige Privatgegenstände der im Krieg lebenden Menschen zur Ansicht bereitgestellt-so zum Beispiel auch Küchengeräte oder Geschirr. Dies schockierte uns bereits zu Anfang der Exkursion, da der Unterschied zwischen den Lebensumständen im Krieg zu heute sehr deutlich und das Leid von damals sehr präsent wurde.

Als wir uns wieder in der Gruppe gefunden haben, ging es für alle weiter in das Beinhaus von Douaumont, was nur einige Fahrminuten entfernt war. Wir waren bereits zu Beginn von der Größe des Gebäudes sowie des anliegenden französischen Soldatenfriedhofs beeindruckt, was sich durch den Eintritt in das Beinhaus verstärkte. Nach einem kurzen Film über die Kriegsgeschichte gingen wir mit unserem Reiseführer Pierre in das Innere des Gebäudes hinein, wo er uns einiges an geschichtlichem Wissen zu dem Ort erzählte. Dort ruhten die auf den Schlachtfeldern gefundenen Knochen von über 130.000 Soldaten, die man nicht mehr identifizieren konnte. Ebenso gab es dort an den mit Steinen bebauten Wänden rote Inschriften, durch die die Angehörigen der Soldaten an die Vermissten Gedenken konnten durch Eingravur der Familiennamen. Dieser besondere Moment wurde durch das Vortragen eines Gedichts und einer anschließenden Schweigeminute zu Ehren aller gefallenen Soldaten abgerundet. Nachdem wir noch ein Gruppenbild gemacht hatten, ging es weiter in das Fort Douaumont. Dies ist nur eines der Festungswerke vor Verdun, was bis heute in Teilen übergeblieben ist. Es ist kaum vorstellbar, dass dort bis zu zwölf Granaten pro Minute einschlugen, da schon das Fallenlassen einer Stahlplatte durch unseren Reiseführer Pierre alle erschrecken ließ. Hier hielten wir auch zum Ende des Besuchs im Fort eine Schweigeminute für die Gefallenen, die durch eine Explosion im Granatendepot und ausbrechender Massenpanik starben.

Nach der Ankunft im Hotel hatten wir den Abend zur freien Verfügung, welchen die meisten mit einem gemütlichen Abendessen am Fluss begannen, bevor es für uns alle in das „Spektakel“ ging.  Dort bekamen wir einen theatralischen Eindruck über das Kriegsgeschehen, was durch das Ambiente des Steinbruchs und die Abenddämmerung ein echtes Highlight der Fahrt war.

Am nächsten Morgen verließen wir nach einer ruhigen Nacht sowie einem stärkenden Frühstück die Unterkunft und fuhren nach Vauquois. Dies war der Ort des bekannten Minenkrieges, der sich circa zehn Kilometer außerhalb von Verdun befand. Dort angekommen, teilten wir uns in zwei gleich große Gruppen auf, mit denen wir einen Teil des unterirdischen und siebzehn Kilometer langen Teil des deutschen Stollens erkundeten.

Auch wir konnten dann nachvollziehen, wie es sich wohl angefühlt hat, für mehrere Stunden in der Tiefe des Kriegsfeldes, in der Angst, im nächsten Moment sterben zu können, zu existieren. Die jeweils andere Gruppe, die sich nicht im Stollen befand, erkundete durch eine Wanderung die idyllische und grüne Landschaft, welche von außerordentlich schönen Ausblicken in die unberührte Natur – allerdings auch tiefen Gräben der Explosionen – geprägt war.

Nach einer wundervollen und wissensreichen Erfahrung verabschiedeten wir später Pierre, der uns viel erzählte und mit seiner stets sympathischen Art doch etwas Licht in diesen zutiefst dunklen Teil der Geschichte brachte. Am Abend in Deutschland angekommen, bedankten wir uns bei dem lieben Busfahrer sowie auch bei allen zur Seite stehenden und organisierten Lehrkräften mit tosendem Applaus.

Nachdem wir nun einige Zeit hatten, den besonderen Ausflug zu verarbeiten, ist uns immer mehr die Bedeutsamkeit der Vergangenheit ins Bewusstsein gerückt, weshalb wir es umso wichtiger finden - gerade in der aktuellen und sehr schwierigen Zeit für Europa - zusammenzuhalten und einen Weg für jede Krise zu finden, um stets den Frieden, der doch das Leben erst so schön macht, zu bewahren.“

 

Von Emma Louise Kolb und Hermine Charlotta Götz  (Fotos: Adrian Schmidt)

 

Hinweg nach Verdun

 

Mémorial de Verdun, Ausstellungsstücke

 

 

Fort Douaumont, Reiseführer Pierre

 

 

Altstadt von Verdun

 

Vauquois

 

 

Gruppenbild vor dem Beinhaus

 

Zwei Schülerinnen des Französisch-LKs (Leitung: Anne Boßler-Beaulieu) haben ebenfalls einen Erfahrungsbericht zu dieser Fahrt verfasst:

"Mit einigen Schülern und Schülerinnen sind wir für zwei Tage nach Verdun, eine Kleinstadt im Nordosten Frankreichs, gefahren. Dieser Ort ist vor allem für eine besonders lange und tragische Schlacht zwischen den Deutschen und Franzosen im ersten Weltkrieg bekannt.

Von einem Guide wurden wir durch die Stadt und das ehemalige Kriegsgebiet geführt: Wir besuchten ein Museum zum Gedächtnis der Stadt von Verdun sowie das berühmte Beinhaus, wo sich die Überreste von über 100 000 Soldaten befinden und dessen Namen verewigt wurden bzw. werden können. Hier fand außerdem ein essenzielles Ereignis für die Deutsch-Französische Geschichte statt: Helmut Kohl, der damalige deutsche Bundeskanzler, und Mitterand, der französische Staatspräsident, gaben nach jahrelanger Erzfeindschaft die jetzige Freundschaft zwischen den beiden Ländern bekannt.

Auch die Forts und Schützengräben konnten wir uns ansehen. Was der Guide uns erzählte, war sehr rührend und eindrucksvoll und uns wurde etwas bewusster, unter welch schrecklichen Umständen die Soldaten „leben“ mussten. Des Weiteren ist die Landschaft, die die Forts umgibt, bis heute von der Schlacht geprägt, es ist beispielsweise sehr hügelig dort, die Baumstämme sind sehr dünn und man findet immer noch viele (Teile von) Granaten und andere Waffen.

Uns persönlich hat das Spektakel, welches nachts stattfand, am besten gefallen. Hierbei wurden der erste Weltkrieg und seine Folgen nachgespielt, so dass den Zuschauern ermöglicht wurde, den Krieg und das fatale Schicksal zahlreicher Soldaten und ihrer Angehörigen ein bisschen besser nachzuvollziehen. Die Lichteffekte, Geräusche und das Einblenden von Briefen, Zeitungsartikeln usw. machten die Vorstellung umso eindrücklicher.

Insgesamt können die Erfahrungen und Eindrücke, die man in Verdun sammelt, nicht so einfach in Worte gefasst werden. Auch wenn man die schrecklichen Ereignisse des ersten Weltkrieges nie ganz nachvollziehen wird, kann man sich vor Ort ein besseres Bild darüber schaffen, was die Soldaten und die gesamte Bevölkerung in dieser Zeit durchlebt haben und wie wichtig es, nie wieder einen solchen Krieg entstehen zu lassen.

Paix c‘est souvenir pour agir"

 

von Rebekka und Johanna Melui

 

Fort Douaumont

 

Friedhof von Douaumont

 

Vauquois

 

 

 

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