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Aktuelles Schuljahr
Buchwelten in der Aula – Zwei Buchhandlungen stellen neue Literatur vor
Reichlich lesenswerte und neue Literatur erfüllte die Aula des Johanneum Gymnasiums, als die Buchhandlungen Schloss-Buchhandlung von Claudia Körber und Rübezahl Johannes Eckert und Volkmar Nix auf Einladung des Fördervereins Johannea e. V. ihre neuesten Empfehlungen für die Herbst- und Winterlektüre präsentierten. Auf dem Programm standen aktuelle Neuerscheinungen, die von den Buchhändlerinnen und Buchhändlern mit Leidenschaft präsentiert und mit kurzen Lesepassagen lebendig gemacht wurden.
Das Publikum lauschte gespannt den von Claudia Körber vorgetragenen Ausschnitten aus „Matcha Tee am Montag“ von Michiko Aoyama; einem stillen, poetischen Roman über ein kleines Café in Tokio, das montags eigentlich geschlossen hat, sich aber einmal im Monat in einen Ort der Begegnung verwandelt. Zwischen dampfenden Teeschalen und leisen Gesprächen entdecken die Figuren dort die Kraft des Zuhörens und der Freundlichkeit.
Einen persönlicheren Ton, bei dem die Leserschaft gleich eng mit den Protagonistinnen verwoben wurde, schlug „Mit Liebe und Safran“ von Kim Fay an. Das Publikum hörte, wie zwei Frauen Anfang der 1960er Jahre über Rezepte und Briefe eine tiefe Freundschaft entwickeln – eine berührende Geschichte über Essen, Nähe und den Mut, sein Leben zu verändern.
Dann ging es hinaus in die Welt mit „Abgefahren“ von Valentin Groebner, unterhaltsam präsentiert von Volkmar Nix. In seinem neuen Essay begleitet Groebner die Reisenden von Wohnmobil-Stränden über Wellness-Inseln bis hinein in die stille Leere des Burgunds. Er erkundet, warum wir immer zu spät kommen zu dem „wahren“, „authentischen“ Ort – und was wir dort wirklich sehen, wenn wir angekommen sind: überfüllte Plätze, Gletscher, Instagram-Idyllen. Mit scharfem Blick und philosophischem Witz zeigt Groebner, wie unsere Sehnsucht nach dem „wirklich Schönen“ uns antreibt – und wie es vielleicht gerade das plötzliche Loslassen von Erwartungen ist, das uns das echte Reiseerlebnis schenken kann.
Ein Plot, der sich wie ein roter Faden durch viele der präsentierten Romane zog, war die Aufarbeitung von Familien- und Landesgeschichte. Meisterhaft geschrieben in Leon Englers „Botanik des Wahnsinns“, in dem sich er Protagonist angestoßen durch die Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter mit (s)einem Stammbaum des Wahnsinns auseinandersetzt, eindrücklich gelesen von Johannes Eckert.
„Was war und was wird sein?“ ist auch eine Frage in „Der Sommer, der alles veränderte“ von Ernst Heimes und besonders Leserinnen und Lesern zu empfehlen, die sich gedanklich bei dieser Frage aus dem düsteren Herbst in den französischen Sommer flüchten wollen. Denn bei allen ernsten Handlungssträngen, wir wollen nicht „spoilern“, besticht dieser Roman besonders durch seine witzigen Dialoge und damit, Tragisches und Humorvolles zu verknüpfen.
Nach den Lesungen blieb Zeit für Gespräche, Buchempfehlungen und den Austausch über Literatur. Mit vielen neuen Leseideen verließen die Besucherinnen und Besucher die Aula – ein gelungener Abend im Zeichen neuer Literatur.


