Aktuelles
- Aktuelles / Presse / Berichte
- Berichte/Presse
- Mitteilungen
- Aktuelle Änderungen bei der Busbeförderung
- Archiv
- Schuljahr 2024 - 2025
- Schuljahr 2023 - 2024
- Schuljahr 2022 - 2023
- Schuljahr 2021 - 2022
- Schuljahr 2020 - 2021
- Schuljahr 2019 - 2020
- Schuljahr 2018 - 2019
- Schuljahr 2017 - 2018
- Schuljahr 2016 - 2017
- Schuljahr 2015 - 2016
Aktuelles Schuljahr
Erfahrungsbericht zu einem Erasmus+-Projekt
Nachfolgend können Sie einen Erfahrungsbericht eines Schülers aus der E-Phase zu einem zweiwöchigen Auslandspraktikum auf Mallorca lesen, welches durch Erasmus+ unterstützt wurde.
|
Ich heiße Linus Panz, bin 17 Jahre alt und besuche derzeit die E-Phase der gymnasialen Oberstufe in Herborn. Im Rahmen des dort vorgesehenen Betriebspraktikums habe ich durch das Erasmus+ Programm ein zweiwöchiges Praktikum bei DCOD Ingeniería S.L. auf Mallorca absolviert. DCOD Ingeniería S.L. ist ein Ingenieurbüro, das auf Straßenbau sowie auf die Sanierung und Modernisierung von Hafenanlagen spezialisiert ist und Infrastrukturprojekte von der ersten Entwurfsphase bis zur baulichen Umsetzung begleitet. Es war bereits das zweite Mal, dass ich durch Erasmus+ ein Praktikum im Ausland machen durfte. Dadurch wusste ich bereits aus eigener Erfahrung, wie unkompliziert und gut organisiert der gesamte Ablauf ist. Ich fühlte mich von Anfang an sicher und gut vorbereitet, da ich wusste, dass bei Fragen jederzeit Unterstützung vorhanden ist. Ein sehr schöner Aspekt war außerdem, dass ich erneut vor Ort war und dadurch Bekannte aus meinem ersten Praktikum wiedersehen konnte. Es war schön, vertraute Personen wiederzutreffen und sich direkt wieder auszutauschen. Gleichzeitig habe ich neue Kontakte geknüpft und weitere Menschen kennengelernt, die in ganz unterschiedlichen Bereichen arbeiten. Dadurch wurde mir noch einmal bewusst, wie verbindend ein europäischer Austausch sein kann und wie schnell man über Ländergrenzen hinweg gemeinsame Interessen findet. Inhaltlich wollte ich mich bewusst neu orientieren. Da ich meine bisherigen Praktika an Schulen absolviert hatte, war es mir wichtig, ein technisches und eher wirtschaftlich geprägtes Berufsfeld kennenzulernen. Bei DCOD Ingeniería S.L. erwartete mich eine spannende Kombination aus klassischem Ingenieurbüro und einem innovativen Projekt zur Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz. Diese Verbindung aus praktischer Bauplanung und digitaler Zukunftstechnologie hat mich besonders angesprochen, da ich mich schon länger für KI interessiere und herausfinden wollte, ob dieses Interesse auch im beruflichen Alltag bestehen bleibt. Während meines Praktikums übernahm ich unterschiedliche Aufgabenbereiche. Im Ingenieurwesen erhielt ich Einblicke in Planungsprozesse und konnte nachvollziehen, wie Projekte strukturiert aufgebaut werden. Mir wurde gezeigt, wie aus ersten Ideen und Skizzen konkrete Baupläne entstehen und welche Schritte notwendig sind, bevor ein Projekt tatsächlich umgesetzt wird. Dabei spielte nicht nur die technische Planung eine Rolle, sondern auch Organisation, Zeitmanagement und Abstimmung mit verschiedenen Beteiligten. Besonders spannend war für mich, dass ich Mitarbeitende auch auf Baustellen begleiten durfte. Dort konnte ich zwei sehr unterschiedliche Bauphasen beobachten. Eine Baustelle befand sich noch am Anfang, sodass vor allem grundlegende Arbeiten im Fokus standen. Die andere Baustelle war bereits weit fortgeschritten und kurz vor der Fertigstellung. Dieser direkte Vergleich hat mir geholfen, den gesamten Ablauf eines Bauprojekts besser zu verstehen. Sehr beeindruckt hat mich die Baustelle in Son Vida. Diese Gegend gilt als besonders exklusiv und ist für ihre hochpreisige Bauweise bekannt. Dort wurde eine Straße in einen nahezu unberührten Berg integriert. Zu sehen, wie sorgfältig geplant werden muss, um sowohl technische Anforderungen als auch die natürliche Umgebung zu berücksichtigen, war für mich sehr eindrucksvoll. Mir wurde bewusst, wie viel Verantwortung Ingenieure tragen und wie präzise ihre Arbeit sein muss, damit Projekte sicher und nachhaltig umgesetzt werden können. Am spannendsten war für mich jedoch die Mitarbeit am KI-Projekt. Meine Hauptaufgabe bestand darin, von der Künstlichen Intelligenz analysierte Straßenbilder zu überprüfen. Ziel des Systems war es, Straßenschäden wie Risse oder Schlaglöcher automatisch zu erkennen. Da sich die KI noch in einer frühen Entwicklungsphase befand, waren ihre Ergebnisse nicht immer korrekt. Teilweise wurden intakte Straßenabschnitte als beschädigt markiert oder Schäden falsch zugeordnet. In solchen Fällen kontrollierte ich die Markierungen, bestätigte richtige Einschätzungen und korrigierte fehlerhafte Zuordnungen. Dadurch konnte ich aktiv dazu beitragen, dass das System aus seinen Fehlern lernt und seine Genauigkeit verbessert. Zusätzlich erhielt ich Einblicke in die technischen Hintergründe des Projekts. Mir wurde ausführlich erklärt, wie Trainingsdaten aufgebaut sind, wie ein KI-Modell schrittweise optimiert wird und welche Rolle die Programmiersprache Python dabei spielt. Ich bekam gezeigt, wie Python im Projekt eingesetzt wird, um große Datenmengen zu verarbeiten, Auswertungen vorzunehmen und das Modell weiterzuentwickeln. Neu für mich war vor allem, dass ich noch eigenständiger arbeiten konnte. Ich strukturierte meine Aufgaben selbstständig, plante meine Arbeitsschritte und übernahm Verantwortung für meine Tätigkeiten. Dabei wurde mir viel Vertrauen entgegengebracht, was mich zusätzlich motivierte. Gleichzeitig arbeitete ich in einem internationalen Umfeld, in dem hauptsächlich Englisch und Spanisch gesprochen wurde. Dadurch verbesserten sich meine Sprachkenntnisse deutlich. Anfangs musste ich mich noch an die fachlichen Begriffe gewöhnen, doch mit der Zeit wurde ich sicherer und konnte aktiv an Gesprächen teilnehmen. Diese sprachliche Weiterentwicklung war für mich ein wichtiger persönlicher Fortschritt. Unter dem besonderen Aspekt von Erasmus+ habe ich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich viel gelernt. Ich habe erfahren, wie selbstverständlich internationale Zusammenarbeit im beruflichen Alltag sein kann und wie bereichernd der Austausch mit Menschen aus verschiedenen Ländern sein kann. Unterschiedliche Perspektiven führten oft zu neuen Lösungsansätzen. Gleichzeitig habe ich gelernt, mich in einem neuen Arbeitsumfeld zurechtzufinden, offen auf andere zuzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Besonders positiv empfinde ich, dass Erasmus+ solche Erfahrungen ermöglicht und gleichzeitig organisatorisch stark unterstützt, sodass man sich sicher fühlt und gut vorbereitet ist. Rückblickend war dieses Praktikum für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Es hat mir neue berufliche Perspektiven eröffnet und mein Interesse an Künstlicher Intelligenz weiter gefestigt. Gleichzeitig konnte ich einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag im Ingenieurbereich gewinnen. Mir wurde noch deutlicher bewusst, dass mich besonders die Verbindung von Mathematik, Programmierung und Künstlicher Intelligenz begeistert. Darüber hinaus habe ich durch den europäischen Austausch gelernt, selbstständiger zu handeln, meine Sprachkenntnisse anzuwenden und mich in einem internationalen Umfeld sicher zu bewegen. Insgesamt hat dieses Praktikum mir nicht nur fachlich, sondern auch persönlich wichtige Impulse für meine Zukunft gegeben.
|


