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Aktuelles Schuljahr


Schüleraustausch Erasmus 2025

Nachfolgend können Sie einen Erfahrungsbericht der Schülerin Nele Krusy über ihren Aufenthalt in Pertuis im Rahmen eines Erasmus-Austauschsprogramms lesen.

Ich heiße Nele, bin 17 Jahre alt und habe im Rahmen des Erasmus-Programms an einem 18-tägigen Austausch in Pertuis teilgenommen, einer kleinen Stadt im Süden Frankreichs. Es war bereits mein drittes Mal in Pertuis, aber dieser Aufenthalt war etwas ganz Besonderes, weil ich ganz alleine dort war. Ich habe den Austausch gemacht, weil ich mich bei einem früheren Besuch so gut mit meiner Austauschschülerin verstanden habe, dass wir unbedingt noch einmal Zeit miteinander verbringen wollten.

Als ich in Pertuis ankam, wurde ich von meiner Gastfamilie herzlich empfangen. Schon in den ersten Minuten fühlte ich mich willkommen. Das Zusammenleben war spannend, manchmal auch eine kleine Herausforderung, aber insgesamt witzig. Ich wurde sofort in den Familienalltag aufgenommen, durfte überall mithelfen und mitreden, und schon nach wenigen Tagen war es, als würde ich zu ihnen gehören. Während meines Aufenthalts durfte ich viele besondere Momente miterleben: Meine Austauschschülerin hatte Geburtstag, und wir feierten gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Freunden – mit Musik, Kuchen und ganz viel Lachen. Außerdem war ich mit ihnen auf einer silbernen Hochzeit, was ein echtes Highlight war. Die französische Feierkultur ist einfach anders: fröhlich, laut und sehr herzlich.

Auch die Schule in Pertuis war eine interessante Erfahrung. Der Unterricht war etwas strenger organisiert als bei uns, und besonders auffällig war die strenge Handyregelung – Handys mussten ausgeschaltet im Rucksack bleiben. Dadurch war die Konzentration im Unterricht deutlich höher. Die Lehrerinnen und Lehrer waren engagiert und hilfsbereit, und die Mitschülerinnen und Mitschüler sehr offen. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich richtig aufgenommen. Besonders spannend fand ich, wie unterschiedlich der Unterricht gestaltet wurde: In Frankreich wurde (in der Zeit, in der ich da war) gar kein Wert auf die mündliche Beteiligung gelegt.

Am Anfang habe ich nur Bruchteile der Konversationen verstanden. Nach einer Woche habe ich so gut wie alles verstanden und nach zwei Wochen konnte ich aktiv an Konversationen teilnehmen. Meine Gastfamilie war sehr geduldig und hat mir ihre Gespräche auch mehrmals, immer mit etwas anderen Vokabeln, erklärt, bis ich es verstanden habe.

Der Alltag in Frankreich war ganz anders als zu Hause. Gegessen wurde später, oft gegen acht Uhr abends, und das Essen war immer ein Erlebnis. Es gab frisches Baguette, Käse, Quiche und viele leckere Desserts. Ich mochte besonders, dass die Familie sich abends gemeinsam an den Tisch setzte und sich Zeit füreinander nahm. Außerdem fiel mir auf, dass die Menschen in Frankreich entspannter sind und nicht so gestresst wirken wie bei uns. Ein besonderes Highlight während des Austauschs war unser Tagesausflug nach Aix-en-Provence. Die Stadt ist wunderschön – mit ihren engen Gassen, bunten Märkten und kleinen Cafés. Wir hatten dort Zeit zum Bummeln, Eis essen und um einfach das französische „Lebensgefühl“ zu genießen.

Natürlich lief nicht alles immer perfekt. Manchmal war ich müde, weil alles neu und aufregend war, oder ich verstand nicht alles, was gesagt wurde. In solchen Momenten half es, ruhig zu bleiben, nachzufragen und über kleine Missverständnisse zu lachen. Ich habe gelernt, dass Fehler dazugehören – sie sind sogar wichtig, um wirklich etwas zu lernen.

Als die 18 Tage vorbei waren, fiel mir der Abschied unglaublich schwer. Ich hatte mich so sehr an meine Gastfamilie und meine Austauschschülerin gewöhnt, dass es sich fast so anfühlte, als würde ich ein zweites Zuhause verlassen. Wir haben fest versprochen, in Kontakt zu bleiben, und ich bin sicher, dass wir uns bald wiedersehen werden.

Rückblickend war der Austausch in Pertuis eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Ich habe nicht nur mein Französisch verbessert, sondern auch viel über die französische Kultur, über Europa und über mich selbst gelernt. Ich bin selbstständiger geworden, offener und mutiger. Ich kann wirklich jedem empfehlen, an einem Erasmus-Austausch teilzunehmen – man wächst über sich hinaus, findet neue Freunde und sammelt Erinnerungen, die man nie wieder vergisst.

 

Pertuis 2025 01

 

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Pertuis 2025 04