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„Was ist gut am Gymnasium, was kann besser werden?“

Hessische Gymnasialschulleiter/innen tagten mit dem Kultusminister

Wie soll das Abitur der Zukunft aussehen? Sollen Einbringverpflichtungen angepasst werden, um das Niveau zu halten? Wie hat sich die Schülerschaft verändert, die heutzutage ein Gymnasium besucht? Muss und kann die Schule auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren? Wie ist die Digitale Bildung umzusetzen? Viele topaktuelle Fragen …

Die Leitfrage nach der Zukunft des Gymnasiums stand im Zentrum der diesjährigen Landestagung des hessischen Verbands „Bildungsfaktor Abitur (BA)“. Am Mittwoch, den 14.11.18, diskutierten zu dieser Frage in Friedberg 490 Schulleitungsmitglieder der Schulen mit gymnasialem Bildungsgang mit Fachleuten aus der Bildungsverwaltung. Am Nachmittag nahm wie jedes Jahr auch der (noch amtierende) Kultusminister Prof. Dr. Lorz teil.

Passend zur Leitfrage wurde der Vormittag nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden von „Bildungsfaktor Abitur“, Herrn Stefan Alsenz, mit einem interessanten Vortrag eingeleitet. Frau Prof. Dr. Lin-Klitzing, Professorin an der Philipps-Universität Marburg und Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, stellte historische Bezüge her, um dann auf die Herausforderungen einzugehen, denen heutzutage der gymnasiale Bildungsgang gerecht werden soll. Zwar belegte sie, dass die Klagen der Schulen über die nachlassende Leistungsfähigkeit der Schüler genauso viele Jahrhunderte alt ist wie die der Universitäten über unzureichend vorbereitete Studenten. Allerdings listete sie auch viele verschlechterte gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf, unter denen Schule heute - nach den Erwartungen der Eltern - trotzdem gelingen soll.

In den anschließenden Arbeitsgruppen konnte sowohl das zentrale Thema nachdiskutiert als auch aktuelle schulpolitische Fragen mit den Fachleuten aus dem HKM geklärt werden. Das „Berufsbild Schulleitung“ und Neuerungen in der Oberstufenverordnung wurde mit Hilfe der Moderatoren aus dem BA-Vorstand ebenso bearbeitet wie die Themen Personalentwicklung und Maßnahmen zur Umsetzung Digitaler Bildung. 

Als Best-Practise-Bericht stellte Herr Siesenop vom Schwalmgymnasium in Treysa alternative Zeitkonzepte vor. Es war für viele spannend zu sehen, dass eine Unterrichtsorganisation mit einer 65-Minuten-Schulstunde organisatorisch durchaus zu managen ist, wenn man die Vorteile eines entschleunigten Schulalltags nutzen möchte.

Am Nachmittag stellte der Kultusminister seine Position zum Leitthema Gymnasium der Zukunft vor. Bedingt durch die noch ungeklärte Situation nach der Hessenwahl war dies allerdings naturgemäß eher grundsätzlich als auf konkrete Pläne innerhalb der nächsten Legislaturperiode bezogen. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - wurden ihm von Seiten der Teilnehmer und von BA in einer engagierten Plenumsdiskussion viele Anregungen mitgegeben, an welchen Rahmenbedingungen gearbeitet werden müsste, damit die Gymnasien ihre Aufgabe im Rahmen der gesellschaftlichen Entwicklungen weiterhin gut lösen können. Besonders auf den Gebieten Inklusion und Technischer Support für die Mammutaufgabe Digitale Bildung muss konkrete, personale Unterstützung gegeben werden.

Jutta Waschke

 

Vorstand mit Kultusminister, Personen von rechts:

Herr Kultusminister Prof. Dr. Lorz (5.),

Frau Prof. Dr. Lin-Klitzing (13,)

Herr BA-Vorsitzender Stefan Alsenz (3.),

Vorstandsmitglieder, u.a. Frau Jutta Waschke Johanneum-Gymnasium Herborn (7.)

 

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