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"Die Mathematik von Gesellschaftsspielen"

Auf Einladung des Fachbereiches Naturwissenschaften und mit Unterstützung des Fördervereines Johannea e.V. referierte am Nikolausabend Dr. Jörg Bewersdorff im Herborner Gymnasium über „Die Mathematik von Gesellschaftsspielen“.

Nach Studium in Bonn und Promotion 1985 hat der Vortragende eine Reihe von Fachbüchern und wissenschaftlichen Publikationen zum Thema veröffentlicht, sein Werk „Glück, Logik und Bluff“ liegt im Springer-Verlag nunmehr schon in der siebten Auflage vor. Er lebt in Limburg und beschäftigt sich beruflich mit dem Bau von Kassenautomaten.

Nach der beruhigenden Einleitung, dass er keine einzige mathematische Formel präsentieren werde, ordnete der Referent die verschiedenen Gesellschaftsspiele in ein dreieckförmiges Raster je nach Gewichtung der Gewinnmöglichkeiten ein: Steht Schach ganz weit in der Ecke Logik, dann muss man „Mensch ärgere dich nicht“ die Position Glück und dem Pokerspiel den Bluff zuordnen. Nahezu alle Spiele enthalten jedoch mehrere Komponenten, und das macht letztlich den Reiz aus. Er führte aus, dass die Wahrscheinlichkeitsrechnung ihren Ursprung in einem Schriftwechsel des 17. Jahrhunderts zwischen Fermat und Pascal zur „Berechnung des Glücks“ gefunden habe, tatsächlich ging es um das Würfelspiel. Jeder könne selbst mit geringsten technischen Mitteln (nämlich einfach durch spielen und notieren der Ergebnisse) fundierte Aussagen zu Erfolgswahrscheinlichkeiten erarbeiten. Heute sei dies unter Einsatz von Computerprogrammen zwar deutlich einfacher, das Prinzip aber das gleiche.

Anhand zweier weltbekannter Spiele, Monopoly und Black Jack (der Spielcasinoversion unseres „17 und 4“), stellte Dr. Bewersdorff dann die Berechnungsmöglichkeiten der Gewinnchancen dar. Ein von ihm entwickeltes Programm simulierte im Hintergrund 3000 Spielrunden Monopoly, und tatsächlich ergab sich keineswegs eine gleichmäßjge Verteilung der Figuren auf die Spielfelder, sondern eine Bevorzugung bestimmter Straßenzüge, wie z.B. des Opernplatzes. Weiterhin kann dann unter Berücksichtigung der Kaufpreise tabellarisch ein Erfolgsfaktor für den Gewinn des Spieles bezogen auf die erworbenen Straßen errechnet werden: und siehe da, die teuersten sind gar nicht die besten!

So gelang es dem Referenten tatsächlich, Mathematik allgemeinverständlich, kurzweilig und - wie versprochen -ohne Formeln darzustellen.

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