Fachbereich 2

Das Fach Erdkunde

 (…)
“Ich bin Geograph“, sagte der alte Herr.
„Was ist ein Geograph?“
„Das ist ein Gelehrter, der weiß, wo sich die Meere, die Ströme, die Städte, die Berge und die Wüsten befinden.“
„Das ist sehr interessant“, sagte der kleine Prinz. „Endlich ein richtiger Beruf!“
(…)

— Auszug aus „Der kleine Prinz“ von Antone de Saint-Exupéry

Die Geographie ist hiermit keineswegs umfassend beschrieben. Die Inhalte und Aufgaben des Faches Erkunde gehen vielmehr weit über den Erwerb topografischen Wissens hinaus:
Im Fach Erdkunde geht es um die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt.

Erdkundeunterricht versetzt die Schülerinnen und Schüler in die Lage, ein wissenschaftlich fundiertes Bild von der Erde und den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum zu entwickeln und sich verantwortungsbewusst an der Bewältigung von Gegenwartsproblemen und Zukunftsaufgaben zu beteiligen. Der Unterricht setzt an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler an: Schülerinnen und Schüler werden für die Auswerkungen des gesellschaftlichen und ihren eigenen Handelns auf die Umwelt sensibilisiert und entwickeln die Fähigkeit und Bereitschaft, umweltgerechte Entscheidungen zu treffen.

Aufgaben des Faches

Kernziel des Erdkundeunterrichts ist es, den Schülerinnen und Schülern ein Verständnis für räumliche Funktionszusammenhänge und ein sachgerechtes, verantwortungsvolles und raumrelevantes Handeln zu vermitteln. Sie sollen dazu befähigt werden, in vielfältigen Lebenssituationen für ihre Umwelt verantwortlich zu handeln.

Im Hinblick auf dieses Ziel erwerben die Schülerinnen und Schüler:

Wichtige naturwissenschaftliche Kenntnisse über Strukturen und Prozesse auf der Erde (Landformen, Böden, Wasserkörper, Klimate, Vegetation) mit dem Ziel deren vielfältige Vernetzung in Ökosystemen erfassen zu können.
Kenntnisse über wichtige gesellschaftlich-wirtschaftliche Strukturen der Erde (Landwirtschaft, Siedlung, Transport, Industrie, Handel, Energie, Bevölkerung etc.), mit dem Ziel die Einflüsse von naturgegebenen Bedingungen und verschiedenartigen Kulturen, Religionen, technischen, wirtschaftlichen und politischen Systemen auf Räume erkennen und bewerten zu können. Erdkunde leistet hierdurch einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen, politischen und wirtschaftskundlichen Bildung.
Kenntnisse über Völker und Gesellschaften der Erde, mit dem Ziel, den kulturellen Reichtum der Menschheit würdigen zu können.
Kenntnisse über Strukturen und Prozesse im Nahraum der Schülerinnen und Schüler, um den täglichen Herausforderungen am Arbeitsplatz und Wohnort gewachsen zu sein. Hier knüpft die Erdkunde in Klasse 5 an die Heimatkunde der Grundschule an.

Erdkunde schlägt Brücken…

Erdkunde hat zur Hälfte naturwissenschaftliche, zur Hälfte geisteswissenschaftliche Anteile. Dadurch nimmt das Fach eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Naturwissenschaften (im Besonderen Biologie), den Sozialwissenschaften (im Besonderen Politik und Wirtschaft) und den Sprachen (besonders Landeskunde bei den Fremdsprachen) ein. Fächerverbindendes Arbeiten bei der Lösung komplexer Probleme ergibt sich somit bereits aus dem Selbstverständnis des Faches. Erdkunde vermittelt darüber hinaus fachübergreifende Umweltbildung, da das Fach den Gesamtzusammenhang von Ökonomie, Politik und Ökologie berücksichtigt.

Erdkunde und Topografie

Im Erdkundeunterricht werden Kenntnisse über Räume und Orte vermittelt, um nationale und internationale Ereignisse in einen geographischen Rahmen einordnen und grundlegende räumliche Beziehungen begreifen zu können.

Erdkunde und Wertevermittlung

Verbunden mit dem Fach Erdkunde ist die Vermittlung grundlegender Werte:

Sowohl die kulturelle Identifikation mit dem eigenen Lebensraum als auch die Bildung weltoffene Einstellung…
Ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen bei sich und anderen… In diesem Zusammenhang leistet das Fach einen wichtigen Beitrag auch zur Reiseerziehung.
Die Wahrnehmung der Einzigartigkeit und Verschiedenheit der Lebensräume und Lebensbedingengen der Menschen und verbunden damit die Bereitschaft, sich für ihre Bewahrung einzusetzen…
Für den Erhalt der Umwelt und den Lebensraum zukünftiger Generationen Verantwortung zu übernehmen und der Zukunft mitsamt ihrer zu bewältigenden Aufgaben mit Mut entgegenzusehen…
Die Bedeutung von Werten und Einstellungen als Ursache vieler Konflikte zu verstehen….Somit leistet das Fach einen wichtigen Beitrag zur Friedenserziehung.
(…)

Methoden und Medien

So vielfältig wie das Fach sind auch die Methoden und Medien:

Um geographisch relevante Informationen gewinnen, verarbeiten, darstellen und bewerten zu können, lernen die Schülerinnen und Schüler den sachgerechten Umgang mit Texten, Bildern, Luft- und Satellitenbildern, Graphiken, Tabellen, Diagrammen und Karten (Atlas).

Durch Feldbeobachtungen (beispielsweise Bodenuntersuchungen) und Kartierungen, Befragungen und Messungen oder auch beispielsweise das Erstellen von Profilen erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in wissenschaftliche Methoden. Die Nutzung des Internets ist aufgrund der Aktualität und Vielseitigkeit der dargebotenen Informationen ein wichtiger Bestandteil des Erdkundeunterrichts.

Neben fachspezifischen Methoden, erlernen die Schülerinnen und Schüler auch vielfältige Methoden, die über das Fach hinaus von großer Bedeutung sind: Dies bezieht sich insbesondere auf die fest etablierten Projektarbeiten der Jahrgangsstufe 9 (G8 Jgst. 8) und 11 (G8 Jgst. 10). Hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen thematischen und regionalen Fragestellungen jeweils ein Halbjahr in Projektteams zusammen. Sie lernen ihre Vorgehensweise zu strukturieren, verschiedene Möglichkeiten der Materialrecherche zu nutzen, verschiedene Quellen auszuwerten und zu bearbeiten. Das Informationszentrum des Johanneum bietet für diese Projektarbeit optimale Voraussetzungen.

Der Abschluss der Projektarbeit bildet eine teamgestützte Präsentation, bei der die Schülerinnen und Schüler sowohl Präsentationstechnik als auch adäquaten Medieneinsatz einüben.

Der Fachraum

Der Erdkundeunterricht findet in allen Klassen im Wechsel zwischen Erdkundefachraum (1 Stunde) und Klassenraum (1 Stunde statt). So wird ermöglicht, dass alle Klassen den Fachraum einmal wöchentlich nutzen können. Entsprechend den methodischen Anforderungen des Faches, kann hier auf Wandkarten, Reliefkarten, eine Vielzahl von Handkarten, auf Globen und einen Medienschrank (Video und DVD-Rekorder) zurückgegriffen werden. In naher Zukunft wird hier auch ein Beamer fest installiert sein, mit dessen Hilfe digitale Karten und Luftbilder analysiert und interpretiert werden können.

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