Johanneum Gymnasium Herborn

Erstes regionales MINT-EC-Forum an der Goetheschule Wetzlar - 25 Schüler erleben die spannende Welt der Teilchenphysik.

Quarks, Leptonen, Large Hadron Collider – für viele klingen solche Begriffe bestenfalls nach Raumschiff Enterprise. Der wahren Bedeutung dahinter sind jetzt 25 Oberstufenschüler aus Mittelhessen an der Wetzlarer Goetheschule auf die Spur gekommen. Gelegenheit dazu bot das „MINT-EC-Forum: Teilchenphysik-Masterclass“, zu dem Lehrende der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen nach Wetzlar gekommen waren. Einen Tag lang boten sie den teilnehmenden Schülern spannende Einblicke in die Welt der Teilchenphysik.

Der Ursprung der Veranstaltung liegt im April dieses Jahres: Acht Physik-Leistungskursschüler der Goetheschule wollten sich zu einer Veranstaltung über Teilchenphysik an der JLU anmelden, diese war jedoch bereits ausgebucht. Prof. Dr. Michael Düren von der Universität bot dem MINT-EC-Koordinator der Goetheschule Patrick Röder jedoch an, die Veranstaltung auch einmal am Wetzlarer Oberstufengymnasium abzuhalten. Röder war begeistert und holte die anderen mittelhessischen Schulen, die wie die Goetheschule dem Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC angehören, mit ins Boot.

So trafen sich neben den Goetheschülern auch Physikinteressierte der Martin-Luther-Schule Marburg, des Gymnasiums Johanneum Herborn, der Weidigschule Butzbach und des Gymnasiums Philippinum Weilburg in Wetzlar, um beim MINT-EC-Forum mehr über die Teilchenphysik zu erfahren. Als Experten vor Ort leiteten Dr. Marc Strickert und Dr. Mustafa Schmidt die Veranstaltung. Die beiden Physiker hatten einen interessanten und abwechslungsreichen Tag vorbereitet.

Ein einführender Vortrag sicherte die Grundlagen des Themas, wurde aber auch durch praktische Übungen wie das „Kartenpuzzle zum Teilchenzoo“ ergänzt. Hier erfuhren die Schüler etwa, dass das Standardmodell des Teilchenspektrums sechs Quarks und sechs Leptonen umfasst, die elektromagnetisch wechselwirken. Weiter ging es mit einer Einführung in die aktuelle teilchenphysikalische Forschung, wie sie von der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN in Genf betrieben wird. Die Funktionsweise eines Teilchenbeschleunigers – wie der Large Hadron Collider einer ist – erklärten Strickert und Schmidt dabei mit Hilfe eines alten Röhrenfernsehers.

Einer der Höhepunkte des Tages war der eigenständige Bau von Nebelkammern, den die Universität mit viel Engagement möglich gemacht hatte. Solche Nebelkammern dienen dem Nachweis von ionisierender Strahlung, mit ihrer Hilfe kann man den Weg eines geladenen Teilchens sichtbar machen und anhand der Bahn Aussagen über Masse, Ladung und Energie vornehmen. Und auch die Analyse realer, professionell durch das CERN erhobener Daten am PC stand auf dem Programm. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer Bescheinigungen, die für die Erlangung eines MINT-EC-Zertifikats angerechnet werden können.

Kein Wunder, dass die Rückmeldungen der Schüler durchweg positiv ausfielen. Der Tag habe ein interessantes Thema geboten, dessen anspruchsvoller Inhalt durch gute Aufbereitung zugänglich gemacht worden sei, hieß es unter anderem. Auch die gute Organisation durch die Verantwortlichen lobten die Teilnehmer.

Neben Physik-Fachsprecher Röder trugen hierzu Informatiklehrer Franz Beslmeisl sowie die beiden Referendare Jan Schlimm und Sophie Theis bei.

Röders Dank galt neben den Kooperationspartnern von der JLU auch den Ansprechpartnern an den beteiligten MINT-EC-Schulen. Diese zogen ebenfalls ein positives Fazit und äußerten die Hoffnung, dass die Veranstaltung auch in den kommenden Jahren im Rahmen einer regionalen Kooperation an wechselnden Schulen fortgesetzt werden kann.