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Aktuelles Schuljahr


Astronomie Wus auf Polarlichtjagd

Schülerinnen und Schüler des Wahlunterrichts Astronomie konnten im Rahmen des Unterrichts einiges über die Polarlichter kennenlernen.

Schon zu Beginn des Schuljahres, als die knapp 60 Schülerinnen und Schüler des Wahlunterrichts Astronomie formulierten, welches Himmelsereignis sie unbedingt einmal beobachten wollten, standen Polarlichter an allererster Stelle. Und bereits im Sommer 2023 konnten ihnen ihre Lehrer Dorit Betz und Thilo Zerbe Hoffnung machen, diese auch in unseren Breiten beobachten zu können, denn das Auftreten von Polarlichtern hängt vom etwa 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus (Zeit von einem Aktivitätsmaximum zum nächsten) ab. Grob gesagt, steigen, je stärker die Sonnenaktivität ist, die Chancen, auch hierzulande die seltenen Polarlichter beobachten zu können. Rechnerisch sollte der Höhepunkt der Sonnenaktivität etwa Ende 2025 sein, es deutet aktuell aber einiges darauf hin, dass die Aktivität ihr Maximum bereits Ende 2024 erreicht.

Schon in den letzten Monaten hatten die Schüler und Schülerinnen der beiden Astronomie-Kurse in einer Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit einem in Berlin stationären Sonnenteleskop, das online angesteuert werden kann, viele große Sonnenflecken und Sonnenfleckengruppen beobachtet, was auf eine hohe Aktivität hinwies.

Am Morgen des 10. Mai 2024 beobachtete dann ein Schüler (Johannes Meis) mit dem schuleigenen Teleskop, das die Schülerinnen und Schüler für heimische Beobachtungen ausleihen können, eine prominente Sonnenfleckengruppe (siehe Sonnenfotos unten), die in ihrer Größe und ihrer Klassifikation so einzigartig war, dass bereits seit den frühen Morgenstunden in der Beobachter-Chatgruppe der Johanneum-Astronomieschülerinnen und -schüler wild spekuliert wurde, ob es wohl an diesem Tag zu sichtbaren Polarlichtern kommen könnte.

Denn nur in komplexen Sonnenfleckengruppen bilden sich Spannungen, die zu starken Eruptionen führen können. Plasma wird ins All geschleudert und verursacht letztendlich beim Auftreffen auf das irdische Magnetfeld Polarlicht auf der Erde (genauer: Trifft die Plasmawolke auf das irdische Magnetfeld, wird dieses verformt. Dadurch werden elektrische Spannungen in der Atmosphäre induziert. Zudem werden die elektrisch geladenen Teilchen in der Magnetosphäre beschleunigt und können parallel zu den Feldlinien des Erdmagnetfeldes tiefer in die Erdatmosphäre eindringen. Dort stoßen sie auf das dichtere Atmosphärengas und regen - wie in einer Leuchtstoffröhre - einzelne Gasteilchen zum Leuchten an).

Als dann bekannt wurde, dass vor einem Tag die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) eine Sonnensturmwarnung außergewöhnlicher Größe herausgegeben hatte (die letzte Warnung vor einem ähnlich großen Sturm wurde 2005 zuletzt ausgesprochen), stieg die Hoffnung bei den Schülerinnen und Schülern. Natürlich müssen, um wirklich Polarlichter bei uns zu sehen, noch einige weitere Zufälle zusammenkommen. Aber am langen Wochenende hatten wir einfach Glück: Die Werte am Abend des 11.5.2024, die fortwährend von den Schülerinnen und Schülern über die NOAA gecheckt wurden, waren so eindeutig, dass selbst die Astronomie-Lehrer sie so noch nie zuvor gesehen hatten (der geomagnetische Aktivitätsindex KP lag bei 9/9 und das interplanetare Magnetfeld war weit über die auf den meisten Satellitenseiten gebräuchliche Skala hinaus nach Norden ausgerichtet).

So wurde für die meisten Schülerinnen und Schüler des Astronomie-Wahlunterrichts der Beginn des Schuljahres formulierte Wunsch, endlich Polarlichter zu sehen, Wirklichkeit.

Anbei einige Bilder dieses wundervollen Abends (von Johannes Meis, Ida Meckel, Leonie Hoffmann, Louis Wieth, Serhat Bayram und Sophie Stahl und Dorit Betz):

 

 

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